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Hasselfelde

Straße in Dietrichsdorf

Der Name "Hassel Koppel" ist bereits in der Flurkarte von 1769 zu finden. In veränderter Schreibweise als "Haßelfelde" erkennt man ihn nach gut 100 Jahren in der Flurkarte von 1876 wieder. Der Ursprung der Bezeichnung dürfte aber bedeutend früher, wahrscheinlich im späten Mittelalter liegen.

Hassel ist die niederdeutsche Bezeichnung für Hasel. Es war ursprünglich also eine Koppel (Feld), die von Haselbüschen umgeben war. Mit der Zeit ging die Bezeichnung für dieses Feld auf den ganzen Landschaftsteil über.

Von der Gemeindegrenze nach Mönkeberg bis etwa zur heutigen Grenze des Gemeinschaftskraftwerks gehörte das gesamte Gelände, in dem auch Hasselfelde liegt, als Exklave zur damals selbständigen Gemeinde Neumühlen. Am 28. Mai 1907 erfolgte deren Vereinigung mit Dietrichsdorf. Die Gegend war, wie auch heute, nur dünn besiedelt. So ist im Adressbuch von 1894 nur ein Gärtner Staak zu finden.

Am 1. Mai 1906 eröffnete Ernst Hirthe Ecke Heikendorfer Landstraße und Hasselfelde sein Ausflugslokal "Hasselfelde". Von 1893 bis 1907 war der Kaufmann Hirthe auch Gemeindeverordneter (Mitglied im Gemeinderat) von Dietrichsdorf gewesen.

Sein "Etablissement" galt als das größte seiner Art nördlich der Schwentine. Im Saal fanden über 600 Personen Platz. Dazu gehörten ferner auch 2 Veranden, Kegelbahnen und Schießstände. Im Garten gab es eine Rollschuhbahn, einen Springbrunnen und Freikäfige mit Tieren. Über viele Jahre war das Lokal auch Ziel der Ausflüge zum 1. Mai, die von der Arbeiterbewegung Dietrichsdorfs durchgeführt wurden.

In den letzten Jahren des 2. Weltkrieges diente das Ausflugslokal als Unterkunft für sowjetische Zwangsarbeiter. Kurz vor Kriegsende wurde das Anwesen durch Fliegerbomben zerstört.

Ein Ereignis ganz anderer Art konnte man Ostermontag 1907 auf dem Gelände Hasselfelde erleben: Ein Kieler Ingenieur wollte mit einem von ihm entwickelten kastenartigen Drachen, der die Ausmaße von 3 x 6 Meter hatte, einen Luftaufstieg vorzunehmen. Die Lenkung und der Aufstieg sollten durch große Flügel erfolgen. Als Triebkraft für einen kleinen Motor wollte der Erfinder durch Kälte kristallisierte Elektrizität verwenden. Wie die Geschichte ausging ist leider nicht überliefert.

Ursprünglich hatte nur das Teilstück zwischen der Landstraße nach Heikendorf und der heutigen Straße "Zum Kesselort" (Straße zum ehem. Materialdepot) die Bezeichnung Hasselfelde. Von dort ab ging der alte Heikendorfer Weg geradeaus bis zum Salzredder und dann weiter bis zur Holsatiamühle. Erst durch den Bau der lndustriebahn zur Howaldtwerft zwischen 1909 und 1912 wurde diese alte Straße unterbrochen. Von da ab musste man den Umweg über Elbenkamp und der unteren Hermannstraße nehmen. Endgültig wurde diese Verbindung durch den Bau des Gemeinschaftskraftwerks abgeriegelt.

Texte der Straßennamen mit freundlicher Genehmigung des Autors Sönke Petersen



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